Bisher hatten wir keinen Bock, unsere eigenen Räder in ein Flugzeug zu packen und mit in den Urlaub zu nehmen. Die naheliegende Lösung: Fahrräder vor Ort mieten! Unsere Erfahrungen.

Es gibt viele Gründe, das eigene Rad mitzunehmen und wahrscheinlich auch genauso viele, die dagegen sprechen. Diese haben für uns bis jetzt dagegen gesprochen:

  • Karton oder Koffer organisieren und das Rad darin verrödeln
  • zwei Fahrräder vom Flughafen zur Unterkunft bringen
  • Aufbewahrung vom Karton oder Koffer, bzw. neuen Karton organisieren
  • Logistik, wenn man in einem Ort ankommt, aber von einem anderen abreist
  • Was, wenn etwas kaputt geht 😭?
  • Wohin mit den Klamotten, die man vor und nach der Radtour tragen möchte?
  • Kosten 👀?

Kurz gesagt machen wir uns wegen des logistischen Aufwands und der Risken, dass genau unsere Räder rabiat behandelt werden und nicht heile am Zielort ankommen, verrückt.

Die Lösung: Fahrräder mieten!

Das haben wir bisher in Portugal, Island und Griechenland gemacht und es ist mit kleinen Abstrichen für uns die beste Lösung gewesen.

In Portugal haben wir gleich zwei Mal bei João gemietet, neue Megamo Gravelbikes, Gepäcktransport, Lieferung und Abholung der Räder, flexibel am Abholungsort, weil wir eine Tour nicht ganz geschafft haben. Gefahren sind wir hier Megamo Gravel 1×12 Speed für um die 35 € pro Tag (Langzeitmiete). Die Räder waren super in Schuss und den Rädern zuhause gar nicht sooo unähnlich. Ich habe meinen Sattel und Lenker ein bisschen angepasst, dass ich bequem sitze. Taschen rangeschnallt und los ging’s.

In Island war ich alleine auf einer Tagestour und habe bei Icebike Adventures ein Rocky Mountain Solo 50 gemietet. Super Rad, top Kommunikation, guter Service inkl. kostenlosem Helm und Tourentipps rund um deren Standort (ich habe das Rad dort abgeholt und in meinen Camper geschmissen, um damit woanders hinzufahren). Flexibel in der Abgabe, weil ich meine Tour unterschätzt hatte, zu spät war und das Fahrrad erst nach Feierabend abgegeben habe.

Auf Rhodos haben wir bei Getactiverhodes Planet X Alu-Gravelbikes gemietet. Auch hier hatten wir eine reibungslosse Lieferung und Abholung der Räder, Flexibilität war nicht so wichtig, weil wir Tagestouren von der Unterkunft aus gefahren sind. Die Räder waren okayish, Chris hatte zu viel Spiel in der Bremse und generell haben sie schon einen leicht angeschlagenen Eindruck gemacht. Für unsere Touren von maximal 50 Kilometern waren sie trotzdem vollkommen in Ordnung.

Wie findet man einen ordentlichen Fahrradverleih am Urlaubsort?

Great question, die wir uns auch immer wieder stellen! Grundsätzlich erstmal, indem man googelt und sich einen Überblick über die Anbieter verschafft. Ich habe festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist, einen Anbieter mit Gravelbikes zu finden. Meist findet man Stadt-Räder, Mountainbikes oder geführte Radtouren. Das alles immer häufiger in der e-Bike-Variante. Haben wir keinen Bock drauf tbh.

Wenn die erste Recherche die passenden Fahrräder nicht ausspuckt, suche ich gezielt nach dem Fahrradtypen, den ich mieten will in Kombination mit dem Ort, wo ich mieten will. Also zum Beispiel „Gravel bike rental Lissabon“. Damit kommt man dem ganzen schon etwas näher. Wenn ich dann verschiedene Anbieter finde, schaue ich mir an, welche Räder sie genau vermieten. Idealerweise stehen da Marke und Modell, aber auch mit der Marke und Bildern vom Rad kommt man schon weiter, um das Modell herauszufinden. Das dient eigentlich nur dazu, herauszufinden, ob das Rad unseren Ansprüchen gerecht wird oder nicht (unsere Ansprüche sind nicht hoch, aber es sollte halt auch kein 20 Kilo Stahl-Rad von vor 5 Jahren sein).

Preislich sollten die Räder natürlich auch innerhalb der persönlichen Schmerzgrenze sein, Pluspunkte gibt’s für Delivery und Pick-Up an unterschiedlichen Standorten und Gepäck-Transport. Wir machen nämlich rund um die Touren auch noch ein paar Tage anderen Urlaub.

Bei der Rahmengröße wählen wir in der Regel die, die wir auch zuhause fahren und stellen die Räder dann nach den ersten Kilometern so ein, dass nichts drückt oder unbequem ist. Ob Klick- oder Flatpedale entscheidet sich, wenn wir grob die Tour geplant haben und wissen, was wir sonst noch mitnehmen, bzw. ob die Tour es erlaubt, abseits vom Rad in Adiletten rumzulaufen.

Und so mieten wir unsere Fahrräder, wenn wir im Urlaub eine Bikepacking-Tour planen. Demnächst dann vielleicht auch mal mit dem eigenen Rad.


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